9 English Words With Funny Translations In Other Languages

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And I wonder …

Time Management

Warum sind Übersetzungen inzwischen eigentlich (fast) immer so eilig? Es kann doch nicht sein, dass sich da immer wieder jemand verplant hat.

Jedes Mal, wenn ich eine Mail erhalte, in der ich gebeten werde, meine „best rate“ (wenn ich das schon lese … aber das ist eine andere Geschichte) anzugeben für, was weiß ich, 5000 Wörter – Abgabe: 2 Stunden später –, dann muss ich mich doch fragen: Was ist da bloß schief gelaufen?

Und oft habe ich den Verdacht, da ist gar nichts schief gelaufen, die glauben echt, das wäre eine berechtigte Anfrage.

Aber wenn jemand glaubt, dass es Übersetzer gibt, die in 2 Stunden mehr als ca. 1500 Wörter zufriedenstellend (nicht gut!) übersetzen können, dann hat derjenige überhaupt keine Ahnung was es bedeutet, einen Text von einer Sprache in die andere zu übersetzen.

Natürlich kann mal was daneben gehen, aber doch nicht immer. Dennoch ist es inzwischen schon fast zur Seltenheit geworden, wenn man mal wirklich genügend Zeit hat, sich auf eine Übersetzung zu konzentrieren. Dann macht das Übersetzen auch wieder richtig Spaß.

Meine Lieblingskundin gehört zu dieser inzwischen raren Kundengruppe. Natürlich möchte sie ihre Texte auch so schnell wie möglich übersetzt auf ihrem Schreibtisch haben, aber sie hetzt mich nicht. Sie fragt mich einfach immer, bis wann sie mit der Übersetzung rechnen kann, denn sie muss ja auch planen. Und wenn sie sich mal verplant, was wirklich nicht oft vorkommt, bittet sie mich ganz nett „den Turbo einzuschalten“. Sie ist übrigens auch eine der wenigen, die sich jedes Mal für meine Arbeit bedankt.

Warum schaffen das andere Kunden nicht? Liegt es daran, dass es sie nicht interessiert, wie ein Übersetzer das schaffen kann, sondern nur ob? Oder ist es der steigende Konkurrenzdruck in der Branche? Werden den Endkunden allerlei Versprechen gegeben, die dann der Übersetzer ausbaden muss? Oder steht inzwischen wirklich ganz einfach Quantität vor Qualität?

Ich kann es partout nicht verstehen.

Es muss doch klar sein, dass man von Freitagabend bis Montagmorgen keine 50 Seiten zu irgend einem abstrusen Thema übersetzen kann, ohne a) schlecht gelaunt zu sein, b) zwischendurch zu verzweifeln, c) unter Schlafmangel zu leiden, d) sich nur von Junk Food zu ernähren, e) …

Das bringt doch nichts, weder dem Kunden, noch der Agentur und noch viel weniger dem Übersetzer.

And I wonder …

photo credit: Thwip! (Formerly Macwagen) via photopin cc

Können Sie mal bitte kurz …

Können Sie mal bitte kurz ...

Es gibt Auftraggeber, die uns Übersetzer oft und gerne mit einer (oder ihrer!) Sekretärin verwechseln. Stopp, nichts gegen Sekretärinnen natürlich, aber das wäre ja als würde man den Viehzüchter mit dem Metzger vergleichen, oder den Koch mit dem Bäcker, oder so.

Wie dem auch sei, so schreibt mir ein Kunde neulich:

Liebe Frau Hagen,

Sie haben letzten Monat einen Seo-Text über Heckenscheren für uns übersetzt. Wir hatten Sie gebeten, das Keyword „Hecken-Schere“ mit Bindestrich zu verwenden. Nach einer erneuten Keywordrecherche hat es sich nun leider herausgestellt, dass es aus seo-technischen Gründen besser wäre, das Wort „Heckenschere“ ohne Bindestrich zu verwenden. Können Sie das bitte kurz ausbessern?

Mit freundlichen Grüßen,

Xxx

***

Lieber Herr xxx,

Das kann ich gerne machen, zu einem Stundenpreis von 60 Euro.

Sonnige Grüße,

Angelica Hagen

***

Liebe Frau Hagen,

Dieser Service ist nicht im Preis für die Übersetzung enthalten? Na ja, dann hab ich wohl den Schwarzen Peter gezogen und muss es jetzt selbst machen. Das ist wirklich ärgerlich, es ist ja nicht so, dass ich sonst nichts zu tun hätte.

MfG,

xxx

 
photo credit: Leo Hidalgo (@yompyHERE) via photopin cc

Haruki Murakami: Übersetzer

Haruki MurakamiHaruki Murakami zählt zu den populärsten und einflussreichsten japanischen Autoren seiner Generation. Seine Bücher – u.a. Mister Aufziehvogel, Kafka am Strand und 1Q84 (ins Deutsche übersetzt von Ursula Gräfe) – erhielten zahlreiche Literaturpreise und wurden bereits in rund 40 Sprachen übersetzt. Der Autor führte darüber hinaus bis 1982 eine eigene Jazzbar in Tokio: Peter Cat.

Was aber nicht jeder weiß: Haruki Murakami ist nicht nur Autor, sondern auch Übersetzer.

Murakami ist ein großer Fan der europäischen und nordamerikanischen Literatur – er bekennt sich zu seinen beiden Vorbildern Franz Kafka und Fjodor Michailowitsch Dostojewski. Schon seit Jahren bemüht Haruki Murakami sich darum, den japanischen Lesern auch die amerikanische und europäische Literatur näher zu bringen. Deshalb übersetzt er mit großer Begeisterung  ausländische Autoren in die japanische Sprache: F. Scott Fitzgerald, John Irving, Paul Theroux, Raymond Carver (Complete Works), Raymond Chandler (The Long Goodbye), Truman Capote (Breakfast at Tiffany’s), C.D.B. Bryan, Bill Crow, Terry Farish, Jim Fusilli, Mark Helprin, Ursula K. Le Guin, Tim O’Brian, Grace Paley (Enourmous Changes at the Last Minute), J.D. Salinger (The Catcher in the Rye), Mark Strand und Chris Van Allsburg. Dies brachte ihm jedoch von Seiten traditioneller japanischer Kritiker den Vorwurf „westlicher Einflüsse“ in seinen Werken ein.

Murakami is a writer not only found in translation (in forty-plus languages, at the moment) but one who found himself in translation. He wrote the opening pages of his first novel, “Hear the Wind Sing,” in English, then translated those pages into Japanese, he said, “just to hear how they sounded.” And he has translated several other American writers into Japanese, most notably Raymond Carver, John Irving, J. D. Salinger, and F. Scott Fitzgerald, whose “The Great Gatsby” Murakami credits as the inspiration behind his entire career.

(Quelle: The New Yorker)

In der Essaysammlung von Esther Allen und Susan Bernofsky “In Translation: Translators on their work and what it means” beschreibt Haruki Murakami in seinem Beitrag (As Translator, as Novelist) sein ganz besonderes Verhältnis zum Roman “The Great Gatsby” von F. Scott Fitzgerald und zu seiner Übersetzung davon.

Until “Gatsby”, I had always tried to keep the fact that I was a writer far from my mind when translating: I wanted to make myself invisible, like a black-garbed puppet handler on the Bunraku stage. What mattered, I believed, was fidelity to the original. (…) “Gatsby”, however, was a different story.

photo credit: Bradley Wind via photopin cc

Fehlerhaft

OMGAls Übersetzer wird man oft mit Texten konfrontiert, die alles andere als druckreif sind. Und es stellt sich die ewige Frage: Wie geht man als Übersetzer mit solchen Fehlern um?

Beginnen wir doch mal mit der Definition des Wortes „druckreif“:  in Bezug auf Inhalt, Stil usw. für den Druck geeignet (Duden).

Nun habe ich einen Text vor mir, in dem wiederholt der Ausdruck „alpine Bergwelt“ vorkommt. Mir ist schon klar, dass man vor allem als SEO-Texter nicht ausschließlich auf Stil und Leserfreundlichkeit achten kann, wenn man bestimmte Keywords im Text in einer gewissen Dichte unterbringen muss. Aber „alpine Bergwelt“ ist ein ziemlich plumper Versuch, ohne großen Aufwand die notwendige Wörterzahl zu erreichen. Weiterlesen

Wie lang darf eine Probeübersetzung sein?

Sehr geehrte Frau Hagenz,

vielen Dank für Ihre Bewerbung und Ihr Interesse an einer freien Mitarbeit beim xxx Verlag. Bitte übersetzen Sie den beiliegenden Probetext. (Diese Arbeit kann leider nicht honoriert werden.)

(Anmerkung Übersetzercouch: Der Probetext ist 1800 Wörter lang)

Wir verwenden die neue Rechtschreibung (aktueller Duden, die gelbe Version), bleiben aber bei der alten Zeichensetzung.

Schon jetzt möchten wir Sie darauf hinweisen, dass die Beurteilung Ihrer Probearbeit etwas Zeit in Anspruch nehmen wird. Rufen Sie bitte nicht in der Redaktion an, wir werden Sie in jedem Fall benachrichtigen. Bitte sehen Sie grundsätzlich von telefonischen An-Nach- und Rückfragen ab. Termin- und Honorarfragen werden wir mit Ihnen besprechen, wenn Ihre Probearbeit positiv beurteilt wurde. Bitte mailen Sie Ihre Übersetzung innerhalb von ca. 2 – 4 Wochen an mich.

Viel Erfolg!

Mit freundlichen Grüßen

XXX