Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry von Rachel Joyce

Zu meinem Geburtstag überraschte mich ein guter Freund mit einem Buch, das mir richtig ans Herz gewachsen ist. Es handelt von einer sehr spontanen Pilgerreise eines englischen Herren, der normalerweise alles andere als spontan ist. Sagenhaft geschrieben, unglaublich tiefsinnig und gespickt mit dem ein oder anderen Schmunzler, hat mich dieses Buch gefesselt und nicht mehr losgelassen.

Die Geschichte der unwahrscheinlichen Pilgerreise des Harold Fry beginnt mit einem Brief. Einem Brief, den Harold seiner ehemaligen Kollegin geschrieben hat, die aufgrund einer Krebserkrankung im Streben liegt. Eigentlich wollte Harold den Brief nur zum Briefkasten bringen … letztendlich ist er 87 Tage unterwegs. 1000 Kilometer vom Süden Englands bis hoch an die schottische Grenze. Weiterlesen

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Undank ist (nicht nur) des Übersetzers Lohn

Danke!In dem Roman, den ich gerade lese, passiert als Nebenhandlung etwas Außerordentliches: Da bedankt sich ein Leser nicht beim Autor, sondern beim Übersetzer eines nicht sehr bekannten Werks, denn „ohne den Übersetzer wäre er niemals in den Genuss dieses Buches gekommen“. Ein sehr schöner Gedanken: Ein Autor kann die schönsten Bücher schreiben, aber ohne Übersetzer bleiben diese größeren oder kleineren Meisterwerke vielen Lesern weltweit vorenthalten.

In der Praxis aber ziemlich weit hergeholt. Da ich beruflich ja nun weniger in der literarischen Welt, sondern eher im Marketingbereich unterwegs bin, bezweifle ich, dass sich ein Leser bei mir für seinen tollen Urlaub bedanken wird, den er wahrscheinlich nicht hätte antreten können (oder wollen), wenn ich nicht Hotelwebsites, Sonderangebote und Landesinformationen übersetzt hätte. Oder die Friseurin, die den modernen Hochleistungsföhn aus den USA nur deshalb richtig bedienen kann, weil ich mich (trotz Kurzhaarfrisur) nächtelang mit den Vor- und Nachteilen des Geräts auseinandergesetzt habe, um eine korrekte und vor allem brauchbare Übersetzung der Anleitung zu liefern. Ganz ehrlich, das würde ich auch niemals erwarten, aber allein der Gedanken ist sehr inspirierend. Weiterlesen