Können Sie mal bitte kurz …

Können Sie mal bitte kurz ...

Es gibt Auftraggeber, die uns Übersetzer oft und gerne mit einer (oder ihrer!) Sekretärin verwechseln. Stopp, nichts gegen Sekretärinnen natürlich, aber das wäre ja als würde man den Viehzüchter mit dem Metzger vergleichen, oder den Koch mit dem Bäcker, oder so.

Wie dem auch sei, so schreibt mir ein Kunde neulich:

Liebe Frau Hagen,

Sie haben letzten Monat einen Seo-Text über Heckenscheren für uns übersetzt. Wir hatten Sie gebeten, das Keyword „Hecken-Schere“ mit Bindestrich zu verwenden. Nach einer erneuten Keywordrecherche hat es sich nun leider herausgestellt, dass es aus seo-technischen Gründen besser wäre, das Wort „Heckenschere“ ohne Bindestrich zu verwenden. Können Sie das bitte kurz ausbessern?

Mit freundlichen Grüßen,

Xxx

***

Lieber Herr xxx,

Das kann ich gerne machen, zu einem Stundenpreis von 60 Euro.

Sonnige Grüße,

Angelica Hagen

***

Liebe Frau Hagen,

Dieser Service ist nicht im Preis für die Übersetzung enthalten? Na ja, dann hab ich wohl den Schwarzen Peter gezogen und muss es jetzt selbst machen. Das ist wirklich ärgerlich, es ist ja nicht so, dass ich sonst nichts zu tun hätte.

MfG,

xxx

 
photo credit: Leo Hidalgo (@yompyHERE) via photopin cc

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Mehr Aufträge? So klappt das!

Idee!

Wie man im Internet neue Kunden erreicht und den Umsatz steigert

Es gibt eine wirklich geniale Methode, wie man als Freiberufler Auftragslöcher ganz einfach und schnell wieder füllen kann. Ich muss dazu sagen, dass ich aus reinem Zufall auf diese Methode gestoßen bin – aber bei mir hat sie funktioniert!

So ein Auftragsloch ist für einen Freiberufler eine ziemlich fiese Sache. Wenn man sich in den fetten Monaten nicht ein gewisses Sicherheitspolster geschaffen hat, dann kann es schon mal eng werden. Denn die monatlichen Kosten laufen ja weiter, die scheren sich nicht darum, wenn im Auftragskalender gähnende Leere herrscht.

Anfangs genießt man noch die viele Freizeit, die man plötzlich hat. All das, wofür man sonst nie Zeit hatte, kann jetzt endlich erledigt werden. Man räumt den Kleiderschrank auf, probiert Rezepte aus, liest ein paar Bücher oder bastelt am Blog. Aber irgendwann wäre es dann doch ganz nett, wenn wieder ein bisschen Geld in die Kasse fließen würde. Man guckt also alle 5 Minuten ins Postfach, ob sich nicht doch ein Auftraggeber gemeldet hat. Und wenn man mal einen Nachmittag ins Kino oder spazieren geht, kontrolliert man auch dauernd die Mails, ob denn nicht was reingekommen ist. Weiterlesen

Kein Grund zur Aufregung

Grrrrrr!Was ich ja auf den Tod nicht ausstehen kann, sind Kunden, die mir einen Text, den sie vorher ganz einfach mit Google Translate übersetzt haben, „nur zur Korrektur“ senden. Klar, denken sie, korrigieren kostet ja bestimmt weniger als übersetzen. Da könnte ich grad aus der Haut fahren.

Es geht nicht so sehr darum, dass der Kunde versucht, ganz schlau Geld zu sparen. Es geht vor allem darum, dass man versucht, mich für dumm zu verkaufen. Ich empfinde solche Anfragen als Beleidigung meiner Intelligenz. Jeder Übersetzer mit etwas Erfahrung kann eine Google Übersetzung sofort erkennen, das ist wahrlich kein Hexenwerk.

Aber es passiert nun mal immer wieder, und es nützt nun mal rein gar nichts, sich darüber aufzuregen.

Was ich in solchen Situationen mache?

1)      Gar nix! Wenn der Kunde mir nicht den Originaltext zur Verfügung stellt, dann sage ich solche Aufträge kategorisch ab. Es ist schlichtweg meine Zeit nicht wert, irgendwelche Google-Hirngespinste zu entziffern. Und wenn es passiert, dass man mal was falsch „interpretiert“, dann gibt es wahrscheinlich noch eine Beschwerde vom Kunden. Wer schon so clever sein will und versucht, mir eine Google Übersetzung zur Korrektur unterzuschieben, der wird wahrscheinlich auch jeden kleinsten Fehler dazu nutzen, eine Bezahlung hinauszuschieben oder gar zu verweigern. Also reine Zeitverschwendung – meine Erfahrung sagt mir: Finger weg!

2)      Wenn der Ausgangstext zur Verfügung gestellt wird – was nicht oft der Fall ist, da der Kunde ja weiß, dass man ihn damit ganz einfach seines kleinen Google-Schwindels überführen kann – dann lautet mein Angebot immer wie folgt:

Gerne kann ich Ihren Text korrigieren – für Korrekturen von Google Übersetzungen mit Ausgangstext berechne ich 60 Euro die Stunde.

Ich kann natürlich auch ganz einfach den Ausgangstext für Sie übersetzen, zu einem Wortpreis von xxx Euro. Meine Erfahrung sagt mir, dass Sie damit wahrscheinlich viel günstiger liegen.

Und hier noch ein Buchtipp dazu:

Schwierige Kunden

Auf humorvolle Art und Weise beleuchtet Andreas Nemeth in diesem Buch die unterschiedlichsten Kundentypen und gibt dem Leser eine Menge Tipps an die Hand, gerade mit diesen Kunden serviceorientiert umzugehen und eventuell entstehende Problemsituationen souverän zu meistern. Wer dieses Buch gelesen hat, freut sich über jeden Kunden, steigert seine Umsätze und begeistert seine Kunden!

photo credit: joshjanssen via photopin cc

Und die Moral von der Geschichte …

Und die Moral?

Jenseits von Gut und Böse: Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind

Dass Übersetzer und Dolmetscher oft auch eine moralische Verantwortung tragen, ist bestimmt nichts Neues. Aber macht man sich als – in diesem Falle – Dienstleister auch moralisch „mitschuldig“ wenn man seine Übersetzerdienst für bestimmte Kunden und/oder Projekte zur Verfügung stellt? Ganz ehrlich, bisher habe ich mir darüber noch nicht recht viele Gedanken gemacht. Natürlich, Texte, die auch nur ansatzweise mit den Klassikern unter den moralisch verwerflichen Themen zu verbinden sind – u.a. Menschenhandel, Pädophilie, kriminelle oder rassistische Organisationen – werden kategorisch abgelehnt. Aber so viele Anfragen habe ich in der Richtung ja auch noch nicht erhalten. Welcher Mafiaboss wendet sich schon an eine kleine Agentur, um seine Morddrohungen in die entsprechenden Sprachen übersetzen zu lassen (damit der Empfänger auch wirklich versteht, dass es dem Absender – im wahrsten Sinne des Wortes – todernst ist). Weiterlesen

Der Alltag eines freiberuflichen Übersetzers

Viele Übersetzer aÜbersetzerrbeiten zu Hause, was oft zu Missverständnissen führt. Denn der Übersetzerberuf wird von vielen Menschen als Nebentätigkeit empfunden, nicht als richtiger Beruf.

Den Anstoß zu diesem Artikel habe ich einem Eintrag auf meiner Facebook-Seite „Übersetzercouch“ zu verdanken. Dort schrieb neulich eine Kollegin: „Meine Nachbarn halten mich wohl für einen Hartz-IV-Fall. Weil ich arbeite ja nie! Ich bin ja immer daheim!“ Das klingt im ersten Moment nach einem Witz, entspricht aber in den meisten Fällen der Realität. Denn in den Augen vieler Menschen ist nur der arbeitstätig, der morgens pünktlich um 8 Uhr aus dem Haus geht und mindestens 5 Stunden an einem richtigen Arbeitsplatz verbringt. Weiterlesen