Fehlerhaft

OMGAls Übersetzer wird man oft mit Texten konfrontiert, die alles andere als druckreif sind. Und es stellt sich die ewige Frage: Wie geht man als Übersetzer mit solchen Fehlern um?

Beginnen wir doch mal mit der Definition des Wortes „druckreif“:  in Bezug auf Inhalt, Stil usw. für den Druck geeignet (Duden).

Nun habe ich einen Text vor mir, in dem wiederholt der Ausdruck „alpine Bergwelt“ vorkommt. Mir ist schon klar, dass man vor allem als SEO-Texter nicht ausschließlich auf Stil und Leserfreundlichkeit achten kann, wenn man bestimmte Keywords im Text in einer gewissen Dichte unterbringen muss. Aber „alpine Bergwelt“ ist ein ziemlich plumper Versuch, ohne großen Aufwand die notwendige Wörterzahl zu erreichen. Weiterlesen

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Kein Grund zur Aufregung

Grrrrrr!Was ich ja auf den Tod nicht ausstehen kann, sind Kunden, die mir einen Text, den sie vorher ganz einfach mit Google Translate übersetzt haben, „nur zur Korrektur“ senden. Klar, denken sie, korrigieren kostet ja bestimmt weniger als übersetzen. Da könnte ich grad aus der Haut fahren.

Es geht nicht so sehr darum, dass der Kunde versucht, ganz schlau Geld zu sparen. Es geht vor allem darum, dass man versucht, mich für dumm zu verkaufen. Ich empfinde solche Anfragen als Beleidigung meiner Intelligenz. Jeder Übersetzer mit etwas Erfahrung kann eine Google Übersetzung sofort erkennen, das ist wahrlich kein Hexenwerk.

Aber es passiert nun mal immer wieder, und es nützt nun mal rein gar nichts, sich darüber aufzuregen.

Was ich in solchen Situationen mache?

1)      Gar nix! Wenn der Kunde mir nicht den Originaltext zur Verfügung stellt, dann sage ich solche Aufträge kategorisch ab. Es ist schlichtweg meine Zeit nicht wert, irgendwelche Google-Hirngespinste zu entziffern. Und wenn es passiert, dass man mal was falsch „interpretiert“, dann gibt es wahrscheinlich noch eine Beschwerde vom Kunden. Wer schon so clever sein will und versucht, mir eine Google Übersetzung zur Korrektur unterzuschieben, der wird wahrscheinlich auch jeden kleinsten Fehler dazu nutzen, eine Bezahlung hinauszuschieben oder gar zu verweigern. Also reine Zeitverschwendung – meine Erfahrung sagt mir: Finger weg!

2)      Wenn der Ausgangstext zur Verfügung gestellt wird – was nicht oft der Fall ist, da der Kunde ja weiß, dass man ihn damit ganz einfach seines kleinen Google-Schwindels überführen kann – dann lautet mein Angebot immer wie folgt:

Gerne kann ich Ihren Text korrigieren – für Korrekturen von Google Übersetzungen mit Ausgangstext berechne ich 60 Euro die Stunde.

Ich kann natürlich auch ganz einfach den Ausgangstext für Sie übersetzen, zu einem Wortpreis von xxx Euro. Meine Erfahrung sagt mir, dass Sie damit wahrscheinlich viel günstiger liegen.

Und hier noch ein Buchtipp dazu:

Schwierige Kunden

Auf humorvolle Art und Weise beleuchtet Andreas Nemeth in diesem Buch die unterschiedlichsten Kundentypen und gibt dem Leser eine Menge Tipps an die Hand, gerade mit diesen Kunden serviceorientiert umzugehen und eventuell entstehende Problemsituationen souverän zu meistern. Wer dieses Buch gelesen hat, freut sich über jeden Kunden, steigert seine Umsätze und begeistert seine Kunden!

photo credit: joshjanssen via photopin cc