Marktlücke: mittelmäßige Übersetzungen

Premium Übersetzungen

„Sie müssen das nicht so ganz korrekt übersetzen – unsere Kunden gehören nicht zur gebildeten Oberschicht.“

… sagte der Auftraggeber, weil er ein paar Euro einsparen wollte.

Nein danke, antworte ich, denn meine Berufsethik lässt es nicht zu, mittelmäßige Übersetzungen abzuliefern.

Aber was ich für einen absoluten Einzelfall hielt, scheint wohl ein Trend zu sein, der sich so langsam (aber sicher) auf dem Übersetzermarkt einschleicht. Eine Freundin, die für ein großes Unternehmen arbeitet, hat mir diese Mail weitergeleitet, die sie kürzlich als Antwort auf eine Anfrage an eine Übersetzungsagentur erhalten hat.

Gerne bieten wir Ihnen einen Wortpreis von € 0,08 exkl. MwSt. an. Sofern Sie eine Übersetzung in Premiumqualität wünschen, bei der ein zusätzlicher Übersetzer das Proofing vornimmt, können wir Ihnen einen Wortpreis von 0,12€ exkl. MwSt. anbieten.

Meine Freundin fand das ganz witzig, man kann es ja mal versuchen. Wählt der Kunde dann die günstigere Variante, so hat man sich somit bereits gegen eventuelle Beanstandungen abgesichert … ist ja nicht Premium.  Letztendlich hat sie aber einen anderen Übersetzungsdienst beauftragt, bei dem die „Premiumqualität“ der gelieferten Texte Standard ist.

Was haltet ihr davon? Würdet ihr unterschiedliche Qualitäten zu verschiedenen Preisen anbieten? Ist das fair? Ist das schlau? Oder ist das total daneben?

Hier dürft ihr abstimmen – absolut anonym!

photo credit: Unhindered by Talent via photopin cc

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Die Prozeduren der Agenturen

Übersetzungsagenturen – Can’t live with them … can’t live without them!

Kunden sind ja bekanntlich wie Familie & Nachbarn, man kann sie sich nicht (immer) aussuchen.

ÜbersetzungsagenturenNatürlich arbeite ich am liebsten mit Direktkunden. Da ja der „Mittelmann“ wegfällt, verdient man ganz einfach bedeutend mehr. Außerdem kann ich mit Direktkunden selbst verhandeln – Preis, Abgabetermin, Zahlungsziel und allen weiteren Rahmenbedingungen werden direkt mit dem Auftraggeber abgesprochen. Übersetzungsagenturen hingegen haben einen weitaus größeren Kundenpool und ermöglichen es mir, an interessanten und großen Projekten mitzuarbeiten, an die ich sonst als freiberufliche Übersetzerin wahrscheinlich niemals rankommen würde. Außerdem muss ich nicht selbst verhandeln, sondern einfach nur die Bedingungen der Agentur akzeptieren und übersetzen.

Was aber die Rahmenbedingungen bei Übersetzungsagenturen angeht, sind diese oft fragwürdig. Mal ganz abgesehen vom Wortpreis, der meist nur die Hälfte oder gar weniger im Vergleich zum Wortpreis für den Direktkunden ausmacht, sind auch Zahlungsziele von bis zu 90 Tagen inzwischen keine Seltenheit mehr.

Und dann gibt es in den Agenturen die PMs, die Project Manager. Eine ganz eigene Spezies. Neulich las ich auf Facebook: Ein PM denkt, dass 9 Frauen ein Kind in einem Monat zur Welt bringen können.“ Wie treffend! Weiterlesen

Mehr Aufträge? So klappt das!

Idee!

Wie man im Internet neue Kunden erreicht und den Umsatz steigert

Es gibt eine wirklich geniale Methode, wie man als Freiberufler Auftragslöcher ganz einfach und schnell wieder füllen kann. Ich muss dazu sagen, dass ich aus reinem Zufall auf diese Methode gestoßen bin – aber bei mir hat sie funktioniert!

So ein Auftragsloch ist für einen Freiberufler eine ziemlich fiese Sache. Wenn man sich in den fetten Monaten nicht ein gewisses Sicherheitspolster geschaffen hat, dann kann es schon mal eng werden. Denn die monatlichen Kosten laufen ja weiter, die scheren sich nicht darum, wenn im Auftragskalender gähnende Leere herrscht.

Anfangs genießt man noch die viele Freizeit, die man plötzlich hat. All das, wofür man sonst nie Zeit hatte, kann jetzt endlich erledigt werden. Man räumt den Kleiderschrank auf, probiert Rezepte aus, liest ein paar Bücher oder bastelt am Blog. Aber irgendwann wäre es dann doch ganz nett, wenn wieder ein bisschen Geld in die Kasse fließen würde. Man guckt also alle 5 Minuten ins Postfach, ob sich nicht doch ein Auftraggeber gemeldet hat. Und wenn man mal einen Nachmittag ins Kino oder spazieren geht, kontrolliert man auch dauernd die Mails, ob denn nicht was reingekommen ist. Weiterlesen

Wie lang darf eine Probeübersetzung sein?

Sehr geehrte Frau Hagenz,

vielen Dank für Ihre Bewerbung und Ihr Interesse an einer freien Mitarbeit beim xxx Verlag. Bitte übersetzen Sie den beiliegenden Probetext. (Diese Arbeit kann leider nicht honoriert werden.)

(Anmerkung Übersetzercouch: Der Probetext ist 1800 Wörter lang)

Wir verwenden die neue Rechtschreibung (aktueller Duden, die gelbe Version), bleiben aber bei der alten Zeichensetzung.

Schon jetzt möchten wir Sie darauf hinweisen, dass die Beurteilung Ihrer Probearbeit etwas Zeit in Anspruch nehmen wird. Rufen Sie bitte nicht in der Redaktion an, wir werden Sie in jedem Fall benachrichtigen. Bitte sehen Sie grundsätzlich von telefonischen An-Nach- und Rückfragen ab. Termin- und Honorarfragen werden wir mit Ihnen besprechen, wenn Ihre Probearbeit positiv beurteilt wurde. Bitte mailen Sie Ihre Übersetzung innerhalb von ca. 2 – 4 Wochen an mich.

Viel Erfolg!

Mit freundlichen Grüßen

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