Minimum Charge

Mindestpauschale

Man lernt ja bekanntlich nie aus – Deshalb werfe ich immer wieder gerne einen Blick auf die Websites von Kollegen, um zu sehen, wie die so arbeiten. Und immer wieder lese ich da Sätze wie diese:

Die Übersetzungsgebühr ist für große Projekte zu vereinbaren, für kleine Projekte gilt eine Mindestgebühr von xxx Euro.

Für Übersetzungen von weniger als xxx Normzeilen berechnen wir eine Mindestpauschale von xxx Euro.

Ich persönlich konnte mich bisher mit der Idee einer Mindestgebühr noch nicht so richtig anfreunden. Das mag auch daran liegen, dass ich vor allem mit treuen Stammkunden arbeite, für die ich zwischendurch auf die Schnelle auch gerne mal sehr kurze Texte übersetze. Da ich für diese Kunden generell eine Monatsrechnung ausstelle, ist der Aufwand sehr gering, und ich biete einen zusätzlichen Service. Weiterlesen

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Das macht unsere Praktikantin, das ist billiger …

Die Praktikantin

Wenn die Woche (und der Monat!) schon so anfängt, dann kann es ja nur noch besser werden!

 

Hallo Frau Hagen!

Das Dokument im Anhang (ca. 4000 Wörter) muss übersetzt werden. Können Sie mir dafür bitte ein Angebot erstellen.

 

Hallo Herr xxx!

Gerne kann ich diese Aufgabe übernehmen. Mein Angebot: xxx Euro.

 

Hallo Frau Hagen!

Danke … aber für eine Stunde Arbeit finde ich xxx Euro schon reichlich teuer. Zumal es nur eine zweite, überarbeitete Auflage ist. Die erste Auflage hatten wir damals schon extern übersetzen lassen … mit ernüchterndem Ergebnis. 😦

Eine unserer Werkstudentinnen mit guten Deutsch und Englisch Noten im Abi hat sich jetzt an das Dokument gesetzt. Insofern hat sich der Fall erstmal erledigt.

 

Hallo Herr xxx!

Geht klar.

 

 

photo credit: Igor Bertyaev via photopin cc

Don’t floskel me!

Floskeln

Neulich las ich einen interessanten Bericht über Sprachfloskeln. Dort stand: „Nicht immer sind Floskeln einfach nur ein wenig unschön, sie können auch gefährlich werden.”

Das kann ich unterschreiben. Denn Floskeln sind – genau wie Abkürzungen – für Übersetzer in der Korrespondenz mit dem Kunden oft nicht “nur ein wenig unschön”, sondern auch ganz schön verdrießlich, wenn nicht gar beleidigend.

Was genau aber ist eine Floskel?

Laut Woxikon: Redewendung, Blabla, Gemeinplatz, hohle Worte, leere Redensart, nichtssagende Worte, Plattitüde, Wortgeklingel, Gesums, abgegriffene Wendung, Phrase …

Oft flattert pünktlich am Freitag Nachmittag ein dringender Auftrag ins Postfach, der den Übersetzer das ganze Wochenende an den Schreibtisch fesseln wird. Der Kunde würde gut daran tun, in diesem Fall auf folgende Floskel zu verzichten: „Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!“

Manchmal erhalte ich auch Anfragen, die dann ungefähr so klingen: „Könnten Sie diesen Text für uns übersetzen? Natürlich gegen Bezahlung.“ Ja was denn sonst?

Oder es kommt der berühmt-berüchtigte „Beste Preis“ ins Spiel. „Bitte geben Sie uns Ihren besten Preis.“ Den besten Preis für wen genau? Für mich? Für den Kunden? Oder für die Agentur?

Und dann endet eine Anfrage auch schon mal so: „Die Vergütung erfolgt auf freiberuflicher Basis.“ Das heißt ja mal wirklich gar nichts.

Auch schön: „Wir erwarten, dass Sie beim Preis eine Spannbreite haben.“ Was soll man dazu noch sagen?

Welche Floskeln stören euch am meisten?

 

 

Techno Fear

ipad

Meine Mutter hat zu ihrem 73. Geburtstag von meinem kleinen Bruder ein iPad bekommen. Gestern hat sie mir damit die erste E-Mail ihres Lebens geschrieben. Mal ganz abgesehen davon, dass ich schon ein klein wenig neidisch bin (mir hat mein kleiner Bruder immer nur selbst gebrannte CDs oder auch mal ein Buch geschenkt), bin ich natürlich auch ein wenig stolz auf meine Mamma. Sie besitzt zwar ein Handy, benutzt es aber nie. Da sind wir uns auch ziemlich ähnlich. Die moderne Technologie konnte uns noch nie wirklich begeistern. Wir erkennen zwar die vielen praktischen Vorteile, aber unsere etwas altmodische Ader behält dann doch die Oberhand.

Was werde ich wohl mit 73 Jahren zum allerersten Mal machen?

Während ich mir noch die wildesten futuristischen Ideen ausmale, hat Daniel schon eine ganze Liste von „Sachen“ erstellt, die ich noch machen könnte – wenn wir jetzt mal Fallschirmspringen und die Weltreise beiseite lassen, dann gibt es da schon ein paar alltägliche Tätigkeiten, an die ich mich in den nächsten 30 Jahren noch heranwagen könnte:

So habe ich in meinem ganzen Leben noch nie weder einen Mikrowellenherd, noch eine Spülmaschine bedient.

Da ich keinen Führerschein habe, bin also noch nie Auto gefahren.

Ich habe noch nie mit einem Handy ein Foto gemacht.

Die Aufzählung geht noch weiter, aber das würde hier den Rahmen sprengen.

 

Alle meinen immer, Mensch, du bist doch Übersetzerin, da bist du was moderne Technologien angeht doch bestimmt immer ganz vorne mit dabei! Na ja, wenn man bedenkt, dass die Übersetzerin Heidi Zerning („Alice Munros deutsche Stimme“) ohne Internet arbeitet, dann ist bei mir ja schon fast von Techno Joy die Rede.

 

Und was werdet ihr mit 73 zum ersten Mal machen?

 

Fitness für Übersetzer

Fitness für Übersetzer

Wer täglich 8000 Schritte geht, der bleibt fit und gesund … hab ich neulich gelesen. Also habe ich mir einen Schrittzähler geleistet und mit Entsetzen festgestellt, dass ich an einem normalen Arbeitstag im Heimbüro gerade mal auf 1500 Schritte komme.

Das ja gerade Übersetzer (fast) immer an Rückenproblemen leiden – und wir ja alle nicht jünger werden – muss sich was ändern, und zwar sofort. Ich mach zwar jeden Morgen meine Yogaübungen (die 5 Tibeter), aber das alleine reicht garantiert nicht aus, um meinen allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern. Fitnessstudio & Co. ist so gar nicht mein Ding. Auch Zumba, Pilates und Jogging kann ich nicht viel abgewinnen. Also habe ich beschlossen, ganz einfach jeden Tag 10.000 Schritte zu gehen. Für Menschen, die einen Hund haben oder Kinder oder einen aktiven Job, mag das gar nicht so viel klingen. Aber für kinderlose Übersetzer im Heimbüro mit Hauskatze ist das eine richtige Herausforderung!

Ich beginne ganz langsam mit 6000 Schritten und erhöhe dann wöchentlich um 1000, bis die magischen 10.000 erreicht sind.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

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Marktlücke: mittelmäßige Übersetzungen

Premium Übersetzungen

„Sie müssen das nicht so ganz korrekt übersetzen – unsere Kunden gehören nicht zur gebildeten Oberschicht.“

… sagte der Auftraggeber, weil er ein paar Euro einsparen wollte.

Nein danke, antworte ich, denn meine Berufsethik lässt es nicht zu, mittelmäßige Übersetzungen abzuliefern.

Aber was ich für einen absoluten Einzelfall hielt, scheint wohl ein Trend zu sein, der sich so langsam (aber sicher) auf dem Übersetzermarkt einschleicht. Eine Freundin, die für ein großes Unternehmen arbeitet, hat mir diese Mail weitergeleitet, die sie kürzlich als Antwort auf eine Anfrage an eine Übersetzungsagentur erhalten hat.

Gerne bieten wir Ihnen einen Wortpreis von € 0,08 exkl. MwSt. an. Sofern Sie eine Übersetzung in Premiumqualität wünschen, bei der ein zusätzlicher Übersetzer das Proofing vornimmt, können wir Ihnen einen Wortpreis von 0,12€ exkl. MwSt. anbieten.

Meine Freundin fand das ganz witzig, man kann es ja mal versuchen. Wählt der Kunde dann die günstigere Variante, so hat man sich somit bereits gegen eventuelle Beanstandungen abgesichert … ist ja nicht Premium.  Letztendlich hat sie aber einen anderen Übersetzungsdienst beauftragt, bei dem die „Premiumqualität“ der gelieferten Texte Standard ist.

Was haltet ihr davon? Würdet ihr unterschiedliche Qualitäten zu verschiedenen Preisen anbieten? Ist das fair? Ist das schlau? Oder ist das total daneben?

Hier dürft ihr abstimmen – absolut anonym!

photo credit: Unhindered by Talent via photopin cc

SILO von Hugh Howey

Ein Science Fiction Roman, der richtig süchtig macht

SILOMit seinem Science-Fiction-Roman „Silo“ hat der amerikanische Schriftsteller Hugh Howey ein Werk erschaffen, das für sehr kurze Nächte sorgt. Die deutsche Übersetzung stammt von Gaby Wurster.

Wenn ihr auf extrem spannende, intensive und gut durchdachte Geschichten steht, werdet ihr das „Silo“ lieben. Die Story spielt, wie es sich für einen SF-Roman so gehört, in der Zukunft. In einer recht dunklen Zukunft, in der die Menschheit so gut wie ausgerottet ist. Seite für Seite taucht der Leser in eine Welt ein, die auf den Säulen uralter Lügen und Manipulationen steht. Die Geschichte handelt von Mut, Liebe, Leid und Loyalität.

Das Silo – eine Stadt unter der Erde

Die letzten Vertreter unserer Gattung leben in einem gigantischen Silo unter der Erde. Auf unzähligen Stockwerken gehen verschiedene Kasten ihrer Tätigkeit nach. Mechaniker, Gärtner, Ärzte und so weiter. In den oberen Bereichen befinden sich die Kantine (in der man über Bildschirme die ruinöse Außenwelt betrachten kann), das Büro des Sheriffs, das der Bürgermeisterin und der IT-Bereich des Silos. Hier schalten und walten die Machthaber des unterirdischen Reichs und hüten ein Jahrhunderte altes Geheimnis, dessen Offenlegung im Chaos resultieren würde. Oder doch nicht?

Klappentext

„Drei Jahre nach dem mysteriösen Tod seiner Frau setzt Sheriff Holston seiner Aufgabe ein Ende und beschließt, die oberste Regel zu brechen und das Silo zu verlassen. Doch die Erdoberfläche ist toxisch, ihr Betreten bedeutet den sicheren Tod. Holston nimmt dies in Kauf, um endlich mit eigenen Augen zu sehen, was sich hinter der Luke befindet, durch die alle nach draußen blicken. Seine Entdeckung ist ebenso ungeheuerlich wie die Folgen, die sein Handeln hat – denn seine Nachfolgerin Juliette, eine begabte Mechanikerin aus den untersten Stockwerken des Silos, muss sich jetzt dem Kampf gegen die perfiden Herrscher der unterirdischen Welt stellen.“

Wie gesagt. Wer keine langen Nächte scheut, sollte sich das „Silo“ von Hugh Howey unbedingt zu Gemüte führen.

TIPP

Den ersten Teil von SILO kann man sich kostenlos auf den Kindle laden – Silo 1