discombobulate

discombobulate

Laut Facebook ist „discombobulate“ das coolste Wort in der englischen Sprache. Na ja, darüber lässt sich streiten.

Ich persönlich kannte dieses Wort jedenfalls noch nicht, werde es ab jetzt aber verwenden – Ich will ja auch cool sein!

 

Pronunciation: /ˌdɪskəmˈbɒbjʊleɪt/

Definition: disconcert or confuse (someone): (as adjective discombobulated) he is looking a little pained and discombobulated

 

Quelle: Oxford Dictionary of English

photo credit: Rakka via photopin cc

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Ich muss arbeiten!

Home Office

Natürlich nehme ich gerne die Post meiner Nachbarn entgegen, denn die müssen ja arbeiten. Ja, ich kann das auch für die Nachbarn erledigen, die zwei Häuser weiter wohnen. Kein Thema. Ich bin ein netter Nachbar, ich helfe gern mal aus.

Und selbstverständlich darf die Putzfrau bei mir klingeln, um den Schlüssel für die Wohnung über mir abzuholen, keine Frage. Die gute Frau von oben ist nämlich tagsüber an der Arbeit. Ich kann auch ohne Weiteres am späten Vormittag mal kurz nach unten gehen, um nach der Katze zu sehen, die gestern operiert wurde. Denn die tierliebenden Besitzer müssen ja auch arbeiten.

Was ich aber nicht mehr machen kann, ist euch zum Kaffee/Tee/Wein/Bier einladen, wenn ihr an eurem wohlverdienten Feierabend bei mir klingelt, um euch für meine Nachbarschaftsdienste zu bedanken (oder um eure Pakete abzuholen).

Denn irgendwann muss ich auch arbeiten!

photo credit: Matt Northam via photopin cc

Minimum Charge

Mindestpauschale

Man lernt ja bekanntlich nie aus – Deshalb werfe ich immer wieder gerne einen Blick auf die Websites von Kollegen, um zu sehen, wie die so arbeiten. Und immer wieder lese ich da Sätze wie diese:

Die Übersetzungsgebühr ist für große Projekte zu vereinbaren, für kleine Projekte gilt eine Mindestgebühr von xxx Euro.

Für Übersetzungen von weniger als xxx Normzeilen berechnen wir eine Mindestpauschale von xxx Euro.

Ich persönlich konnte mich bisher mit der Idee einer Mindestgebühr noch nicht so richtig anfreunden. Das mag auch daran liegen, dass ich vor allem mit treuen Stammkunden arbeite, für die ich zwischendurch auf die Schnelle auch gerne mal sehr kurze Texte übersetze. Da ich für diese Kunden generell eine Monatsrechnung ausstelle, ist der Aufwand sehr gering, und ich biete einen zusätzlichen Service. Weiterlesen

Das macht unsere Praktikantin, das ist billiger …

Die Praktikantin

Wenn die Woche (und der Monat!) schon so anfängt, dann kann es ja nur noch besser werden!

 

Hallo Frau Hagen!

Das Dokument im Anhang (ca. 4000 Wörter) muss übersetzt werden. Können Sie mir dafür bitte ein Angebot erstellen.

 

Hallo Herr xxx!

Gerne kann ich diese Aufgabe übernehmen. Mein Angebot: xxx Euro.

 

Hallo Frau Hagen!

Danke … aber für eine Stunde Arbeit finde ich xxx Euro schon reichlich teuer. Zumal es nur eine zweite, überarbeitete Auflage ist. Die erste Auflage hatten wir damals schon extern übersetzen lassen … mit ernüchterndem Ergebnis. 😦

Eine unserer Werkstudentinnen mit guten Deutsch und Englisch Noten im Abi hat sich jetzt an das Dokument gesetzt. Insofern hat sich der Fall erstmal erledigt.

 

Hallo Herr xxx!

Geht klar.

 

 

photo credit: Igor Bertyaev via photopin cc

Don’t floskel me!

Floskeln

Neulich las ich einen interessanten Bericht über Sprachfloskeln. Dort stand: „Nicht immer sind Floskeln einfach nur ein wenig unschön, sie können auch gefährlich werden.”

Das kann ich unterschreiben. Denn Floskeln sind – genau wie Abkürzungen – für Übersetzer in der Korrespondenz mit dem Kunden oft nicht “nur ein wenig unschön”, sondern auch ganz schön verdrießlich, wenn nicht gar beleidigend.

Was genau aber ist eine Floskel?

Laut Woxikon: Redewendung, Blabla, Gemeinplatz, hohle Worte, leere Redensart, nichtssagende Worte, Plattitüde, Wortgeklingel, Gesums, abgegriffene Wendung, Phrase …

Oft flattert pünktlich am Freitag Nachmittag ein dringender Auftrag ins Postfach, der den Übersetzer das ganze Wochenende an den Schreibtisch fesseln wird. Der Kunde würde gut daran tun, in diesem Fall auf folgende Floskel zu verzichten: „Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!“

Manchmal erhalte ich auch Anfragen, die dann ungefähr so klingen: „Könnten Sie diesen Text für uns übersetzen? Natürlich gegen Bezahlung.“ Ja was denn sonst?

Oder es kommt der berühmt-berüchtigte „Beste Preis“ ins Spiel. „Bitte geben Sie uns Ihren besten Preis.“ Den besten Preis für wen genau? Für mich? Für den Kunden? Oder für die Agentur?

Und dann endet eine Anfrage auch schon mal so: „Die Vergütung erfolgt auf freiberuflicher Basis.“ Das heißt ja mal wirklich gar nichts.

Auch schön: „Wir erwarten, dass Sie beim Preis eine Spannbreite haben.“ Was soll man dazu noch sagen?

Welche Floskeln stören euch am meisten?

 

 

Techno Fear

ipad

Meine Mutter hat zu ihrem 73. Geburtstag von meinem kleinen Bruder ein iPad bekommen. Gestern hat sie mir damit die erste E-Mail ihres Lebens geschrieben. Mal ganz abgesehen davon, dass ich schon ein klein wenig neidisch bin (mir hat mein kleiner Bruder immer nur selbst gebrannte CDs oder auch mal ein Buch geschenkt), bin ich natürlich auch ein wenig stolz auf meine Mamma. Sie besitzt zwar ein Handy, benutzt es aber nie. Da sind wir uns auch ziemlich ähnlich. Die moderne Technologie konnte uns noch nie wirklich begeistern. Wir erkennen zwar die vielen praktischen Vorteile, aber unsere etwas altmodische Ader behält dann doch die Oberhand.

Was werde ich wohl mit 73 Jahren zum allerersten Mal machen?

Während ich mir noch die wildesten futuristischen Ideen ausmale, hat Daniel schon eine ganze Liste von „Sachen“ erstellt, die ich noch machen könnte – wenn wir jetzt mal Fallschirmspringen und die Weltreise beiseite lassen, dann gibt es da schon ein paar alltägliche Tätigkeiten, an die ich mich in den nächsten 30 Jahren noch heranwagen könnte:

So habe ich in meinem ganzen Leben noch nie weder einen Mikrowellenherd, noch eine Spülmaschine bedient.

Da ich keinen Führerschein habe, bin also noch nie Auto gefahren.

Ich habe noch nie mit einem Handy ein Foto gemacht.

Die Aufzählung geht noch weiter, aber das würde hier den Rahmen sprengen.

 

Alle meinen immer, Mensch, du bist doch Übersetzerin, da bist du was moderne Technologien angeht doch bestimmt immer ganz vorne mit dabei! Na ja, wenn man bedenkt, dass die Übersetzerin Heidi Zerning („Alice Munros deutsche Stimme“) ohne Internet arbeitet, dann ist bei mir ja schon fast von Techno Joy die Rede.

 

Und was werdet ihr mit 73 zum ersten Mal machen?