Techno Fear

ipad

Meine Mutter hat zu ihrem 73. Geburtstag von meinem kleinen Bruder ein iPad bekommen. Gestern hat sie mir damit die erste E-Mail ihres Lebens geschrieben. Mal ganz abgesehen davon, dass ich schon ein klein wenig neidisch bin (mir hat mein kleiner Bruder immer nur selbst gebrannte CDs oder auch mal ein Buch geschenkt), bin ich natürlich auch ein wenig stolz auf meine Mamma. Sie besitzt zwar ein Handy, benutzt es aber nie. Da sind wir uns auch ziemlich ähnlich. Die moderne Technologie konnte uns noch nie wirklich begeistern. Wir erkennen zwar die vielen praktischen Vorteile, aber unsere etwas altmodische Ader behält dann doch die Oberhand.

Was werde ich wohl mit 73 Jahren zum allerersten Mal machen?

Während ich mir noch die wildesten futuristischen Ideen ausmale, hat Daniel schon eine ganze Liste von „Sachen“ erstellt, die ich noch machen könnte – wenn wir jetzt mal Fallschirmspringen und die Weltreise beiseite lassen, dann gibt es da schon ein paar alltägliche Tätigkeiten, an die ich mich in den nächsten 30 Jahren noch heranwagen könnte:

So habe ich in meinem ganzen Leben noch nie weder einen Mikrowellenherd, noch eine Spülmaschine bedient.

Da ich keinen Führerschein habe, bin also noch nie Auto gefahren.

Ich habe noch nie mit einem Handy ein Foto gemacht.

Die Aufzählung geht noch weiter, aber das würde hier den Rahmen sprengen.

 

Alle meinen immer, Mensch, du bist doch Übersetzerin, da bist du was moderne Technologien angeht doch bestimmt immer ganz vorne mit dabei! Na ja, wenn man bedenkt, dass die Übersetzerin Heidi Zerning („Alice Munros deutsche Stimme“) ohne Internet arbeitet, dann ist bei mir ja schon fast von Techno Joy die Rede.

 

Und was werdet ihr mit 73 zum ersten Mal machen?

 

Fitness für Übersetzer

Fitness für Übersetzer

Wer täglich 8000 Schritte geht, der bleibt fit und gesund … hab ich neulich gelesen. Also habe ich mir einen Schrittzähler geleistet und mit Entsetzen festgestellt, dass ich an einem normalen Arbeitstag im Heimbüro gerade mal auf 1500 Schritte komme.

Das ja gerade Übersetzer (fast) immer an Rückenproblemen leiden – und wir ja alle nicht jünger werden – muss sich was ändern, und zwar sofort. Ich mach zwar jeden Morgen meine Yogaübungen (die 5 Tibeter), aber das alleine reicht garantiert nicht aus, um meinen allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern. Fitnessstudio & Co. ist so gar nicht mein Ding. Auch Zumba, Pilates und Jogging kann ich nicht viel abgewinnen. Also habe ich beschlossen, ganz einfach jeden Tag 10.000 Schritte zu gehen. Für Menschen, die einen Hund haben oder Kinder oder einen aktiven Job, mag das gar nicht so viel klingen. Aber für kinderlose Übersetzer im Heimbüro mit Hauskatze ist das eine richtige Herausforderung!

Ich beginne ganz langsam mit 6000 Schritten und erhöhe dann wöchentlich um 1000, bis die magischen 10.000 erreicht sind.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

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Marktlücke: mittelmäßige Übersetzungen

Premium Übersetzungen

„Sie müssen das nicht so ganz korrekt übersetzen – unsere Kunden gehören nicht zur gebildeten Oberschicht.“

… sagte der Auftraggeber, weil er ein paar Euro einsparen wollte.

Nein danke, antworte ich, denn meine Berufsethik lässt es nicht zu, mittelmäßige Übersetzungen abzuliefern.

Aber was ich für einen absoluten Einzelfall hielt, scheint wohl ein Trend zu sein, der sich so langsam (aber sicher) auf dem Übersetzermarkt einschleicht. Eine Freundin, die für ein großes Unternehmen arbeitet, hat mir diese Mail weitergeleitet, die sie kürzlich als Antwort auf eine Anfrage an eine Übersetzungsagentur erhalten hat.

Gerne bieten wir Ihnen einen Wortpreis von € 0,08 exkl. MwSt. an. Sofern Sie eine Übersetzung in Premiumqualität wünschen, bei der ein zusätzlicher Übersetzer das Proofing vornimmt, können wir Ihnen einen Wortpreis von 0,12€ exkl. MwSt. anbieten.

Meine Freundin fand das ganz witzig, man kann es ja mal versuchen. Wählt der Kunde dann die günstigere Variante, so hat man sich somit bereits gegen eventuelle Beanstandungen abgesichert … ist ja nicht Premium.  Letztendlich hat sie aber einen anderen Übersetzungsdienst beauftragt, bei dem die „Premiumqualität“ der gelieferten Texte Standard ist.

Was haltet ihr davon? Würdet ihr unterschiedliche Qualitäten zu verschiedenen Preisen anbieten? Ist das fair? Ist das schlau? Oder ist das total daneben?

Hier dürft ihr abstimmen – absolut anonym!

photo credit: Unhindered by Talent via photopin cc

SILO von Hugh Howey

Ein Science Fiction Roman, der richtig süchtig macht

SILOMit seinem Science-Fiction-Roman „Silo“ hat der amerikanische Schriftsteller Hugh Howey ein Werk erschaffen, das für sehr kurze Nächte sorgt. Die deutsche Übersetzung stammt von Gaby Wurster.

Wenn ihr auf extrem spannende, intensive und gut durchdachte Geschichten steht, werdet ihr das „Silo“ lieben. Die Story spielt, wie es sich für einen SF-Roman so gehört, in der Zukunft. In einer recht dunklen Zukunft, in der die Menschheit so gut wie ausgerottet ist. Seite für Seite taucht der Leser in eine Welt ein, die auf den Säulen uralter Lügen und Manipulationen steht. Die Geschichte handelt von Mut, Liebe, Leid und Loyalität.

Das Silo – eine Stadt unter der Erde

Die letzten Vertreter unserer Gattung leben in einem gigantischen Silo unter der Erde. Auf unzähligen Stockwerken gehen verschiedene Kasten ihrer Tätigkeit nach. Mechaniker, Gärtner, Ärzte und so weiter. In den oberen Bereichen befinden sich die Kantine (in der man über Bildschirme die ruinöse Außenwelt betrachten kann), das Büro des Sheriffs, das der Bürgermeisterin und der IT-Bereich des Silos. Hier schalten und walten die Machthaber des unterirdischen Reichs und hüten ein Jahrhunderte altes Geheimnis, dessen Offenlegung im Chaos resultieren würde. Oder doch nicht?

Klappentext

„Drei Jahre nach dem mysteriösen Tod seiner Frau setzt Sheriff Holston seiner Aufgabe ein Ende und beschließt, die oberste Regel zu brechen und das Silo zu verlassen. Doch die Erdoberfläche ist toxisch, ihr Betreten bedeutet den sicheren Tod. Holston nimmt dies in Kauf, um endlich mit eigenen Augen zu sehen, was sich hinter der Luke befindet, durch die alle nach draußen blicken. Seine Entdeckung ist ebenso ungeheuerlich wie die Folgen, die sein Handeln hat – denn seine Nachfolgerin Juliette, eine begabte Mechanikerin aus den untersten Stockwerken des Silos, muss sich jetzt dem Kampf gegen die perfiden Herrscher der unterirdischen Welt stellen.“

Wie gesagt. Wer keine langen Nächte scheut, sollte sich das „Silo“ von Hugh Howey unbedingt zu Gemüte führen.

TIPP

Den ersten Teil von SILO kann man sich kostenlos auf den Kindle laden – Silo 1

Übersetzer-Schoko-Mousse

Vegane Schoko-Mousse
Roh-Schokolade: Super Food & Aphrodisiakum

Übersetzer sind Naschkatzen! Warum ich das behaupten kann? Wenn ich mir die Statistiken auf meinem Blog so ansehen, dann muss ich feststellen, dass die Beiträge, die am öftesten aufgerufen wurden, allesamt mit Essen zu tun haben. Allen voran: Translatella & Muffins mit Apfel und Quitte.

Es ist ja nun ein Übersetzerblog und kein Rezepte-Blog, und ich gehe davon aus, dass die meisten Leser Übersetzer sind oder anderweitig mit Sprachen zu tun haben. Also: Übersetzer lieben (auch) gutes Essen!

Nun war ich ja letzte Woche krank, was für Übersetzer immer besonders übel ist, weil man sich ja nicht einfach krankschreiben kann – krank sein bedeutet für uns entweder totaler Arbeitsausfall oder eben arbeiten unter erschwerten Bedingungen. Also ist es besonders für Übersetzer wichtig, sich gesund zu ernähren, damit man immer schön fit ist.

Deshalb gibt es für euch heute mein Rezept für eine wirklich gesunde Nascherei:

Übersetzer-Schoko-Mousse!

Vegan, gesund und auch noch lecker! Weiterlesen

And I wonder …

Time Management

Warum sind Übersetzungen inzwischen eigentlich (fast) immer so eilig? Es kann doch nicht sein, dass sich da immer wieder jemand verplant hat.

Jedes Mal, wenn ich eine Mail erhalte, in der ich gebeten werde, meine „best rate“ (wenn ich das schon lese … aber das ist eine andere Geschichte) anzugeben für, was weiß ich, 5000 Wörter – Abgabe: 2 Stunden später –, dann muss ich mich doch fragen: Was ist da bloß schief gelaufen?

Und oft habe ich den Verdacht, da ist gar nichts schief gelaufen, die glauben echt, das wäre eine berechtigte Anfrage.

Aber wenn jemand glaubt, dass es Übersetzer gibt, die in 2 Stunden mehr als ca. 1500 Wörter zufriedenstellend (nicht gut!) übersetzen können, dann hat derjenige überhaupt keine Ahnung was es bedeutet, einen Text von einer Sprache in die andere zu übersetzen.

Natürlich kann mal was daneben gehen, aber doch nicht immer. Dennoch ist es inzwischen schon fast zur Seltenheit geworden, wenn man mal wirklich genügend Zeit hat, sich auf eine Übersetzung zu konzentrieren. Dann macht das Übersetzen auch wieder richtig Spaß.

Meine Lieblingskundin gehört zu dieser inzwischen raren Kundengruppe. Natürlich möchte sie ihre Texte auch so schnell wie möglich übersetzt auf ihrem Schreibtisch haben, aber sie hetzt mich nicht. Sie fragt mich einfach immer, bis wann sie mit der Übersetzung rechnen kann, denn sie muss ja auch planen. Und wenn sie sich mal verplant, was wirklich nicht oft vorkommt, bittet sie mich ganz nett „den Turbo einzuschalten“. Sie ist übrigens auch eine der wenigen, die sich jedes Mal für meine Arbeit bedankt.

Warum schaffen das andere Kunden nicht? Liegt es daran, dass es sie nicht interessiert, wie ein Übersetzer das schaffen kann, sondern nur ob? Oder ist es der steigende Konkurrenzdruck in der Branche? Werden den Endkunden allerlei Versprechen gegeben, die dann der Übersetzer ausbaden muss? Oder steht inzwischen wirklich ganz einfach Quantität vor Qualität?

Ich kann es partout nicht verstehen.

Es muss doch klar sein, dass man von Freitagabend bis Montagmorgen keine 50 Seiten zu irgend einem abstrusen Thema übersetzen kann, ohne a) schlecht gelaunt zu sein, b) zwischendurch zu verzweifeln, c) unter Schlafmangel zu leiden, d) sich nur von Junk Food zu ernähren, e) …

Das bringt doch nichts, weder dem Kunden, noch der Agentur und noch viel weniger dem Übersetzer.

And I wonder …

photo credit: Thwip! (Formerly Macwagen) via photopin cc