Unabhängigkeit, noch wer?

Schottland

gnaddrig ad libitum

Die Schotten stimmen in ein paar Tagen darüber ab, ob sie das Vereinigte Königreich verlassen und sich nach 300 Jahren wieder selbständig machen wollen. Klingt erstmal nach ’ner Superidee: Freiheit für die, ahem, Unterdrückten. Und zwei kleinere Länder sind auch immer besser als ein größeres. Schon die Kosten für die dann plötzlich nötig werdenden Botschaften in aller Welt sind ein beachtlicher Posten. Die erträumten schottischen Petrodollars wollen ausgegeben werden.

Natürlich darf man das nicht nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sehen. Auch die Gefühle wollen beachtet sein. Und seit in Schottland die anscheinend seit Jahren schon rege trommelnden Abspaltungsbefürworter laut Umfragen jetzt erstmals in die Mehrheit gerutscht sind, kommt dort ein stellenweise ziemlich hässlicher Nationalismus zum Vorschein, hört man. Wer nicht für die schottische Unabhängigkeit ist, wird beschimpft oder ignoriert. Noch nicht verprügelt, aber wer weiß, das kommt dann nach der Unabhängigkeit. Dann ziehen vielleicht Lynchmobs vor die Häuser bekannter Unionisten.

Aber…

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Techno Fear

ipad

Meine Mutter hat zu ihrem 73. Geburtstag von meinem kleinen Bruder ein iPad bekommen. Gestern hat sie mir damit die erste E-Mail ihres Lebens geschrieben. Mal ganz abgesehen davon, dass ich schon ein klein wenig neidisch bin (mir hat mein kleiner Bruder immer nur selbst gebrannte CDs oder auch mal ein Buch geschenkt), bin ich natürlich auch ein wenig stolz auf meine Mamma. Sie besitzt zwar ein Handy, benutzt es aber nie. Da sind wir uns auch ziemlich ähnlich. Die moderne Technologie konnte uns noch nie wirklich begeistern. Wir erkennen zwar die vielen praktischen Vorteile, aber unsere etwas altmodische Ader behält dann doch die Oberhand.

Was werde ich wohl mit 73 Jahren zum allerersten Mal machen?

Während ich mir noch die wildesten futuristischen Ideen ausmale, hat Daniel schon eine ganze Liste von „Sachen“ erstellt, die ich noch machen könnte – wenn wir jetzt mal Fallschirmspringen und die Weltreise beiseite lassen, dann gibt es da schon ein paar alltägliche Tätigkeiten, an die ich mich in den nächsten 30 Jahren noch heranwagen könnte:

So habe ich in meinem ganzen Leben noch nie weder einen Mikrowellenherd, noch eine Spülmaschine bedient.

Da ich keinen Führerschein habe, bin also noch nie Auto gefahren.

Ich habe noch nie mit einem Handy ein Foto gemacht.

Die Aufzählung geht noch weiter, aber das würde hier den Rahmen sprengen.

 

Alle meinen immer, Mensch, du bist doch Übersetzerin, da bist du was moderne Technologien angeht doch bestimmt immer ganz vorne mit dabei! Na ja, wenn man bedenkt, dass die Übersetzerin Heidi Zerning („Alice Munros deutsche Stimme“) ohne Internet arbeitet, dann ist bei mir ja schon fast von Techno Joy die Rede.

 

Und was werdet ihr mit 73 zum ersten Mal machen?