Und die Moral von der Geschichte …

Und die Moral?
Jenseits von Gut und Böse: Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind

Dass Übersetzer und Dolmetscher oft auch eine moralische Verantwortung tragen, ist bestimmt nichts Neues. Aber macht man sich als – in diesem Falle – Dienstleister auch moralisch „mitschuldig“ wenn man seine Übersetzerdienst für bestimmte Kunden und/oder Projekte zur Verfügung stellt? Ganz ehrlich, bisher habe ich mir darüber noch nicht recht viele Gedanken gemacht. Natürlich, Texte, die auch nur ansatzweise mit den Klassikern unter den moralisch verwerflichen Themen zu verbinden sind – u.a. Menschenhandel, Pädophilie, kriminelle oder rassistische Organisationen – werden kategorisch abgelehnt. Aber so viele Anfragen habe ich in der Richtung ja auch noch nicht erhalten. Welcher Mafiaboss wendet sich schon an eine kleine Agentur, um seine Morddrohungen in die entsprechenden Sprachen übersetzen zu lassen (damit der Empfänger auch wirklich versteht, dass es dem Absender – im wahrsten Sinne des Wortes – todernst ist). Weiterlesen

Things translators never say

things translators never say
Einfach mal die Fresse halten

Und hier ein kleiner Facebook-Tipp für alle leidgeprüften Übersetzer (und Dolmetscher)! Vor wenigen Tagen bin ich bei Facebook auf die Gruppe „Things translators never say“ gestoßen, und ich muss sagen … ich bin begeistert! Von wegen Buhuhu – hier kann man auch mal herzlich lachen (manchmal sogar über sich selbst).

Hier eine kurze Beschreibung, worum es geht:

This group is _only_ for translators and interpreters who want to share their tongue in cheek ideas what we would never ever say, for instance when clients send ridiculous enquiries, non-translators or non-interpreters try to explain our business to us or simply when we are fed up and need to vent.

Moderator der Gruppe ist Erik Hansson – absolut erfrischend ist auch die Tatsache, dass wirklich NUR Übersetzer und/oder Dolmetscher in die Gruppe aufgenommen werden. Agenturen und private Kunden dürfen hier nicht mitlesen.

Also, liebe Kollegen … viel Spaß & Happy Friday!

photo credit: CHRISSPdotCOM via photopin cc

Ruf! Mich! Nicht! An!

Klingelingeling!
Klingelingeling!

„Hey, ich hab dich gestern angerufen, aber du bist nicht dran gegangen!“ … „Öhm, nö … bin ich nicht.“ Das ist ja schon eigenartig, dass man, seit es Mobiltelefone gibt, immer und überall erreichbar sein muss. Oder man muss zumindest mit einer glaubhaften Entschuldigung aufwarten, sollte man einmal nicht auf den Knopf mit dem grünen Hörer drücken.

Warum ist das so? Früher war man einfach nicht zu Hause – und noch früher (als es noch keine Anrufbeantworter gab) hat man gar nicht gewusst, dass jemand angerufen hatte. Und da man es eh nicht ändern konnte, hat es auch kein Schwein interessiert, das war dann einfach so!

Aber wenn man heutzutage a) nicht abnimmt  und/oder b) nicht so schnell wie möglich zurückruft, dann sind die meisten Menschen richtig beleidigt … es wird einfach vorausgesetzt, dass alle Menschen gerne telefonieren. Ist das denn wirklich so? Weiterlesen

Es geht auch anders …

Happy
Random acts of kindness

Uns Übersetzern wird ja manchmal vorgeworfen, wir hätten eine „Buhuhu“-Attitüde … oft und gerne beschweren wir uns über unser Übersetzerdasein, die unfairen Wortpreise, Undank, mangelndes Verständnis seitens unserer Mitmenschen, Nachtschichten, schwierige Kunden, Auftragslöcher und so weiter. Und wenn ich mich so durch verschiedene Übersetzer-Blogs oder Facebook-Seiten lese, dann ist da schon was Wahres dran. Aber es geht auch anders … hier eine Mail von einem meiner liebsten und treusten Kunden:

Hallo Frau Hagen,

wir hätten wieder einmal eine kurze Übersetzung für Sie.

Im Anhang  finden Sie das Word-Dokument xxx – das bitte ins Englische übersetzen.

(Übersetzercouch: 834 Wörter)

Weiterhin finden Sie im Anhang ein Glossar und die Notizen unseres internen Fachmann für xxx. Diese müssen unbedingt bei der Übersetzung berücksichtigt werden.

(Übersetzercouch: 23 PDF Seiten)

Die Übersetzung ist nicht eilig, es reicht vollkommen, wenn Sie im Laufe der nächsten Woche bei uns eingeht. Bitte senden Sie uns dann auch gleich die Rechnung mit.

Für die Rechnung bitte unbedingt auch 60 €/Stunde für die Recherche- und Einlesearbeit berücksichtigen.

(Übersetzercouch: Hammer!)

Mit freundlichen Grüßen

xxx
photo credit: Neal. via photopin cc

Weihnachtsgeschenke für Kunden?

Geschenke für Kunden
PR-Ideen, um Kunden und Journalisten für Ihr Unternehmen zu gewinnen

In wenigen Wochen ist es wieder soweit … Und alle Jahre wieder frage ich mich, ob ich meine Kunden mit Weihnachtsgeschenken beglücken sollte. Vielleicht sollte ich nur den treusten Stammkunden etwas schenken? Oder aber die Auftraggeber belohnen, die immer pünktlich zahlen? Oder soll ich generell nur den Kunden etwas schenken, die ich auch persönlich kenne?  Oder einfach allen, mit denen ich im vergangenen Jahr zusammen gearbeitet habe? Und bei Agenturen hat man es ja meist auch mit verschiedenen Projekt-Managern zu tun – Das sind ja nicht die eigentlichen Kunden, sondern schon eher Kollegen. Sollte man denen auch etwas schenken? Weihnachtsgeschenke für Kunden, ein wirklich heikles Thema!

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Undank ist (nicht nur) des Übersetzers Lohn

Danke!In dem Roman, den ich gerade lese, passiert als Nebenhandlung etwas Außerordentliches: Da bedankt sich ein Leser nicht beim Autor, sondern beim Übersetzer eines nicht sehr bekannten Werks, denn „ohne den Übersetzer wäre er niemals in den Genuss dieses Buches gekommen“. Ein sehr schöner Gedanken: Ein Autor kann die schönsten Bücher schreiben, aber ohne Übersetzer bleiben diese größeren oder kleineren Meisterwerke vielen Lesern weltweit vorenthalten.

In der Praxis aber ziemlich weit hergeholt. Da ich beruflich ja nun weniger in der literarischen Welt, sondern eher im Marketingbereich unterwegs bin, bezweifle ich, dass sich ein Leser bei mir für seinen tollen Urlaub bedanken wird, den er wahrscheinlich nicht hätte antreten können (oder wollen), wenn ich nicht Hotelwebsites, Sonderangebote und Landesinformationen übersetzt hätte. Oder die Friseurin, die den modernen Hochleistungsföhn aus den USA nur deshalb richtig bedienen kann, weil ich mich (trotz Kurzhaarfrisur) nächtelang mit den Vor- und Nachteilen des Geräts auseinandergesetzt habe, um eine korrekte und vor allem brauchbare Übersetzung der Anleitung zu liefern. Ganz ehrlich, das würde ich auch niemals erwarten, aber allein der Gedanken ist sehr inspirierend. Weiterlesen

Ich. Bin. Übersetzer.

I'm a translator
Das Bilderbuch der Unberufe

Es ist doch immer wieder dasselbe. Wenn man neue Menschen trifft und ein Gespräch beginnt, dann kommt sie irgendwann, die unvermeidbare Frage:

„Und was machst du so?“

„Ich bin Übersetzer/in.“

Und wer kennt sie nicht, die mitunter kreativen bis nervtötenden Bemerkungen, wenn man sich als Übersetzer outet. Hier ein kurzer Auszug aus 15 Jahren Übersetzerdasein.

„Und was machst du hauptberuflich?“

(Öhm …) Weiterlesen

Translators without Borders

Das hier ist wohl die sinnvollste Art und Weise, wie man Auftragslöcher füllen kann. Also einfach anmelden & mitmachen!

Translators without Borders is an independent non-profit association helping NGOs to extend their humanitarian work by providing free, professional translation.
The mission of Translators without Borders is to connect qualified professional translators with humanitarian projects most in need of their help.

translators without bordersKnowledge is power.
It saves lives, lifts people out of poverty,
ensures better health and nutrition, creates and maintains economies.

Access to information is critical.
Language barriers cost lives.
Aid groups working in crisis-situations face a mission-critical challenge in
disseminating knowledge in the language of those that who need it.

Translators without Borders facilitates the transfer of knowledge from one
language to another by creating and managing a community of NGOs who need
translations and professional, vetted translators who volunteer their time to help.

Through the sophisticated Translators without Borders platform, important aid
groups easily connect directly with professional translators, breaking down the
barriers of language and building up the transfer of information
to those who need it, one brick at a time.

Company Overview
The translations Translators without Borders provide allow key information to be exchanged and circulated within the framework of international humanitarian missions.

On average, TWB volunteers translate 1 million words per year, focusing on three types of humanitarian translations: crisis translations needed urgently to inform people in crisis, translations that support an NGO’s operations, and educational translations that directly support people in need.

General Information

Do you want to volunteer? Make sure to fill in the registration form our website! http://translatorswithoutborders.com/How-to-Register

If you would like to donate money to Translators Without Borders, please visit this page: http://translatorswithoutborders.com/Donors

photo credit: Thomas Leuthard via photopin cc