Don’t floskel me!

Floskeln

Neulich las ich einen interessanten Bericht über Sprachfloskeln. Dort stand: „Nicht immer sind Floskeln einfach nur ein wenig unschön, sie können auch gefährlich werden.”

Das kann ich unterschreiben. Denn Floskeln sind – genau wie Abkürzungen – für Übersetzer in der Korrespondenz mit dem Kunden oft nicht “nur ein wenig unschön”, sondern auch ganz schön verdrießlich, wenn nicht gar beleidigend.

Was genau aber ist eine Floskel?

Laut Woxikon: Redewendung, Blabla, Gemeinplatz, hohle Worte, leere Redensart, nichtssagende Worte, Plattitüde, Wortgeklingel, Gesums, abgegriffene Wendung, Phrase …

Oft flattert pünktlich am Freitag Nachmittag ein dringender Auftrag ins Postfach, der den Übersetzer das ganze Wochenende an den Schreibtisch fesseln wird. Der Kunde würde gut daran tun, in diesem Fall auf folgende Floskel zu verzichten: „Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!“

Manchmal erhalte ich auch Anfragen, die dann ungefähr so klingen: „Könnten Sie diesen Text für uns übersetzen? Natürlich gegen Bezahlung.“ Ja was denn sonst?

Oder es kommt der berühmt-berüchtigte „Beste Preis“ ins Spiel. „Bitte geben Sie uns Ihren besten Preis.“ Den besten Preis für wen genau? Für mich? Für den Kunden? Oder für die Agentur?

Und dann endet eine Anfrage auch schon mal so: „Die Vergütung erfolgt auf freiberuflicher Basis.“ Das heißt ja mal wirklich gar nichts.

Auch schön: „Wir erwarten, dass Sie beim Preis eine Spannbreite haben.“ Was soll man dazu noch sagen?

Welche Floskeln stören euch am meisten?

 

 

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