Schizophrenie

Head in Hands

So blamieren Sie sich selbstbewusst

Die ganze Welt diskutiert über den Gebärdensprachdolmetscher Thamsanqa Jantjie, der bei der Trauerfeier für Nelson Mandela anscheinend (ich kann es leider nicht beurteilen) einfach nur wild mit den Händen gefuchtelt haben soll. Er muss sich jetzt in für den Schaden in der breiten Öffentlichkeit verantwortlich zeigen. Peinlich genug für ihn, aber noch viel peinlicher finde ich die Veranstalter, die ihn für diesen Job ausgewählt haben. Man darf wohl davon ausgehen, dass es in Südafrika nicht nur eine Person gibt, die als Gebärdensprachdolmetscher für so eine wichtige Veranstaltung in Frage kommt. Im schlimmsten Fall hätte man ja einen Experten einfliegen können.

Wie dem auch sei – die ZEIT ONLINE schreibt:

Der Gebärdensprachdolmetscher auf der Trauerfeier für Nelson Mandela leidet nach eigener Aussage an Schizophrenie. Während er auf der Bühne die Ansprachen zahlreicher Staatsgäste mit bedeutungslosen Handzeichen begleitete, habe er halluziniert und Stimmen gehört. Seine Gesten ergaben keinen Sinn.”

Wie bitte? Das steht ein schizophrener Gebärdensprachdolmetscher keine Armlänge vom mächtigsten Mann der Welt entfernt auf einer Bühne? Wo ist die NSA, wenn man sie braucht? Ja hat das denn keiner kontrolliert? Ich bin sprachlos!

Weiterhin steht im Artikel:

Der Zeitung The Star sagte Jantije, es tue ihm sehr leid. „Ich habe versucht, mich unter Kontrolle zu halten und der Welt nicht zu zeigen, was los ist.“

Für seinen Einsatz habe er von einer Dolmetscher-Vermittlung rund 60 Euro erhalten.”

60 Euro?

Dolmetscher-Vermittlung?

Ich fände es interessant zu wissen, welche „Dolmetscher-Vermittlung“ das genau war. Warum wird die nicht mit Namen genannt?

Das ist schizophren.

Und hier noch ein Buchtipp (damit es beim nächsten Mal besser klappt):

Gebärdensprache

Dieses Buch erhebt nicht den Anspruch, eine Patentlösung für die leider immer noch häufige Ausgrenzung der Gehörlosen zu sein. Aber es kann eine Basis schaffen, Interesse und Verständnis wecken – und auch den sprachlichen Horizont von hörenden Menschen auf eine ungewöhnliche Art erweitern. Für die wichtigsten Alltagssituationen soll dieses Buch eine Stütze sein. Grundlegende Strukturen der Gebärdensprache werden auf einfache Weise erklärt und häufig verwendete Begriffe in einem Lexikon aufgeführt. Mit diesem praktischen Ratgeber lernen Sie zu verstehen, wie sich Gehörlose im Alltag zurecht finden, wie sie mit dem abstrakten Begriff der Zeit umgehen und sich bei Behörden und Ämtern behaupten.

photo credit: Alex E. Proimos via photopin cc

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s