Stolpersteine der deutschen Sprache

SprachchaosDeutsche Sprache, schwere Sprache! Ob Muttersprachler, Ausländer, Studenten oder Schulabbrecher, viele Menschen haben ihre liebe Not mit der deutschen Sprache. Dabei kann korrektes Deutsch mehr als viele andere Faktoren ausschlaggebend für den beruflichen Erfolg sein, egal, in welcher Branche man tätig ist.

Einer Umfrage zufolge zählen die folgenden drei Schreibfehler nicht nur zu den häufigsten Stolpersteinen der deutschen Sprache, sondern werden vom Leser/Zuhörer auch als störend empfunden. Wer diese Fehler macht, wird oft als ungebildet abgestempelt.

Gleich oder ähnlich klingende Wörter stellen eines der größten Probleme der deutschen Sprache dar. Der Unterschied zwischen „Dass“ und „Das“ und „Seit“ und „Seid“ ist zwar nur auf dem Papier zu erkennen, muss aber dennoch verstanden werden.

Dass >< Das

DAS kann in verschiedenen Situationen auftreten: Als bestimmter Artikel (Geschlechtswort): z. B. das Kind, das Haus, das Geld. Als Demonstrativpronomen (hinweisendes Fürwort): z. B. Kannst du das noch einmal machen? Was ist das? Können Sie das hören? Als Relativpronomen (bezügliches Fürwort): z. B. Das Haus, das (=welches) du gekauft hast, ist baufällig. Das Kind, das sich verletzt hat, heißt Anna. DASS ist eine Konjunktion (ein Bindewort): z. B. Ich glaube, dass er zu Hause ist. Denkst du, dass ich verrückt bin?

Seit >< Seid

SEIT hat zwei verschiedene Funktionen: Es ist eine Konjunktion (Bindewort), die den Zeitpunkt angibt, an dem ein bestimmter Vorgang oder Zustand eingetreten ist. Z. B.: Seit sie weg ist, habe ich nicht mehr geschlafen. Seit du da bist, geht alles schief. Es ist eine Präposition (Verhältniswort), die dazu dient, den Zeitpunkt oder Zeitraum anzugeben, bei deren Beginn ein noch anhaltender Zustand oder Vorgang begonnen hat. Z. B.: Seit gestern regnet es. Seit Kurzem/Längerem bin ich Mutter. SEID stammt vom unregelmäßigen Verb „Sein“ ab. Es bezieht sich auf die zweite Person Plural (Ihr). Z. B. Ihr seid zu spät dran. Ihr seid müde. Ihr seid heute nicht dabei. Eselsbrücke: Seit – Zeit (gibt einen Zeitpunkt an)

Der/die/das Einzigste

Eine weitere Sprachpanne, die nicht nur im schriftlichen, sondern vor allem auch im mündlichen Gebrauch ihr Unwesen treibt, ist das nervtötende Wort „der/die/das Einzigste“. Das Wort „Einzig“ ist ein Adjektiv (Eigenschaftswort); es zählt zu den Zahlwörtern, die als Attribut (Beifügung) zu einem Substantiv (Hauptwort/Nomen) stehen können. „Einzig“ gehört als Zahlwort zu den Eigenschaftswörtern ohne Steigerungsform – deshalb ist die Form „Der einzigste Bruder, den ich habe“ falsch. Richtig muss es heißen: „Der einzige Bruder, den ich habe.“ Es gibt ja nur den einen Bruder, also kann dies auch nicht gesteigert werden.

Buchtipp

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photo credit: alles-schlumpf via photopin cc

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